Sonnenschutz und nichts zu nörgeln
Wenn es mal überhaupt nichts zu nörgeln gibt, z. B. weil ich gut geschlafen habe, der Kaffee gut schmeckt, die Sonne lacht, keine roten Ampeln oder irgend ein Hutfahrer mich auf dem Weg zur Arbeit behindern und auf meinem Schreibtisch statt eines Berges von Arbeit eine Einladung zur Betriebsfeier liegt, dann werde ich schon misstrauisch. Irgendwas muss es doch zu nörgeln geben. Und da hab ich es auch schon: das Wetter!
Übers Wetter kann man immer nörgeln: über den ekligen Regen, den trüben Himmel und die eisige Kälte ebenso wie über die ständige Hitze, die blendende Sonne und diesen nervtötenden Wind. Also beginne ich, mich über die Sonne zu ärgern, durch die die Staubschicht auf meinem Schreibtisch und an der Jalousie der Bürofenster schön deutlich zu sehen ist. Wann wurde hier eigentlich zum letzten Mal geputzt, nörgele ich.
Und dann diese Blendungsreflexe auf meinem Bildschirm. Egal wie ich mich drehe, immer ist irgendein Lichtstreifen darauf zu sehen. Das ist gar nicht gut für die Augen und ein guter Grund zum nörgeln. Das müsste erstmal bis zum Mittag reichen.
Bis dahin scheint die Sonne ungehindert durch die großen Fenster in mein Büro und verwandelt es in eine wahre Sauna. So eine Hitze! Wie soll man da arbeiten! Klimaanlage kommt nicht in Frage, das macht mich krank und die Fenster kann man auch nicht öffnen, weil dann der ganze Straßenlärm und Gestank hereinkommt.
Weißt du was, sagt mein Kollege, ich habe meinen Wintergarten neulich mit Plissees zum Sonnenschutz ausgestattet. Seitdem wird es da nicht mehr so warm, die Sonne blendet nicht und am Abend kann auch niemand mehr hereinschauen. Die wären doch auch als Sonnenschutz für unsere Bürofenster ideal.
Nee, sage ich, Sonnenschutz kommt nicht ich Frage, denn dann hätte ich ja gar nix mehr zu nörgeln!